Waschmaschine reinigen: woran Sie den Geruch erkennen und was hilft
Wenn frisch gewaschene Wäsche muffig riecht, liegt es fast nie am Waschmittel. Es liegt an einem Biofilm aus Waschmittelresten, Flusen und Fett, der sich dort festsetzt, wo kein Programm hinkommt. Die gute Nachricht: Es sind immer dieselben drei Stellen.
Warum die Waschmaschine selbst schmutzig wird
Moderne Waschmittel arbeiten schon bei 20 bis 30 Grad. Das spart Strom — und genau das ist die Ursache. Bei diesen Temperaturen werden Fette aus der Kleidung nicht mehr vollständig gelöst. Sie lagern sich zusammen mit Waschmittelresten in Leitungen, Dichtungen und der Trommelrückwand ab. Auf dieser Schicht siedeln sich Bakterien an, und die produzieren den typischen muffigen Geruch.
Dazu kommt Restfeuchte. Eine Maschine, deren Tür nach dem Waschen sofort geschlossen wird, trocknet innen nie ab.
Die drei Stellen, an denen der Geruch sitzt
- Die TürmanschetteDie Gummidichtung der Tür hat eine umlaufende Falte, in der Wasser stehen bleibt. Ziehen Sie sie vorsichtig zurück — was Sie dort finden, ist in neun von zehn Fällen die Geruchsquelle. Mit einem feuchten Tuch auswischen, danach trocken nachwischen.
- Das WaschmittelfachDas Fach lässt sich bei fast allen Geräten ganz herausziehen. Auf der Unterseite und im Schacht dahinter sitzt schmierige Ablagerung. Beides mit warmem Wasser und einer alten Zahnbürste reinigen, vollständig trocknen lassen, erst dann zurückschieben.
- Das FlusensiebMeist hinter einer kleinen Klappe unten an der Front. Vorher ein flaches Gefäß und ein Handtuch bereitlegen — es läuft immer Restwasser aus. Sieb herausdrehen, Flusen entfernen, unter fließendem Wasser abspülen. Einmal im Monat genügt.
Der Leerlauf, der die Schicht löst
Nach der Handarbeit kommt ein Waschgang ohne Wäsche bei 90 Grad. Wichtig dabei: Vollwaschmittel als Pulver, kein Flüssigwaschmittel. Pulver enthält Bleichmittel, die den Biofilm aufbrechen; Flüssigwaschmittel enthält keine und hinterlässt seinerseits Rückstände.
Welcher Geruch wofür spricht
| Geruch | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Muffig, modrig | Biofilm in Dichtung und Trommel | 90-Grad-Leerlauf mit Pulver, danach Tür offen lassen |
| Faulig, nach Abwasser | Flusensieb oder Ablaufschlauch | Sieb reinigen; bleibt es, Schlauch prüfen |
| Nach Waschmittel, süßlich | Überdosierung, Reste im Fach | Weniger dosieren, Fach ausbauen und reinigen |
| Verbrannt | Kein Reinigungsproblem | Gerät nicht weiter benutzen, Kundendienst rufen |
Was dauerhaft hilft — und was nichts bringt
- Empfohlen: Tür und Waschmittelfach nach jedem Waschgang einen Spalt offen lassen
- Empfohlen: Einmal im Monat ein Programm bei mindestens 60 Grad laufen lassen
- Empfohlen: Waschmittel nach Wasserhärte dosieren, nicht nach Gefühl
- Empfohlen: Feuchte Wäsche sofort nach Programmende entnehmen
- Nicht tun: Weichspüler als Geruchslösung — er legt sich als zusätzliche Schicht darüber
- Nicht tun: Essig oder Zitronensäure als Dauerlösung
- Nicht tun: Duftperlen: Sie überdecken den Geruch, die Ursache bleibt
Häufige Fragen
- Wie oft sollte man die Waschmaschine reinigen?
- Türdichtung und Waschmittelfach etwa monatlich, das Flusensieb ebenfalls. Den 90-Grad-Leerlauf ein- bis zweimal im Jahr — bei überwiegend niedrigen Waschtemperaturen eher häufiger.
- Hilft ein Maschinenreiniger aus dem Handel?
- Ja, aber er ersetzt die Handarbeit nicht. Kein Reiniger kommt in die Falte der Türmanschette. Wer nur das Mittel einwirft und die Dichtung nicht auswischt, hat nach zwei Wochen denselben Geruch.
- Die Wäsche riecht schon nach dem Waschen muffig — woran liegt das?
- Meist an Restfeuchte in der Maschine oder daran, dass die Wäsche zu lange in der Trommel lag. Beides sind Bedingungen, unter denen sich Geruchsbakterien innerhalb weniger Stunden vermehren.
- Muss das wirklich bei 90 Grad sein?
- Für den Leerlauf ja. Es geht dabei nicht um Hygiene im Sinne von Keimfreiheit, sondern darum, Fettablagerungen zu lösen — und die lösen sich erst in diesem Bereich zuverlässig.
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